Vortrag: Medizinische und psychologische Aspekte des „guten Alterns“ - Neckar-Alb Reutlingen
Vortrag: Medizinische und psychologische Aspekte des „guten Alterns“

Wie können wir nicht nur alt werden, sondern gut altern? Dieser Leitfrage ging Prof. Dr. Gerhard Eschweiler in seinem Vortrag nach und nahm das Publikum mit auf eine ebenso fundierte wie anschauliche Reise durch die medizinischen und psychologischen Dimensionen des Älterwerdens. Als anerkannter Experte für Psychiatrie, Neurologie und Geriatrie sowie langjähriger Forscher im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen verbindet Prof. Eschweiler wissenschaftliche Tiefe mit einem klaren Blick für die Herausforderungen des Alltags im Alter.
Ausgangspunkt seiner Ausführungen war der demografische Wandel: Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen zunehmend ein hohes Lebensalter, während gleichzeitig das Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt. Umso wichtiger sei Prävention mit dem Ziel der „Kompression der Morbidität“ – also möglichst lange selbstständig, aktiv und geistig wach zu bleiben und nur eine kurze Phase von Krankheit oder Pflegebedürftigkeit zu erleben.
Anschaulich erläuterte Prof. Eschweiler altersbedingte Veränderungen von Kraft, Gleichgewicht und kognitiven Fähigkeiten. Bereits ab dem mittleren Lebensalter zeigen sich erste körperliche Einbußen, die sich jedoch durch gezieltes Training, Bewegung und einen aktiven Lebensstil deutlich verlangsamen lassen. Auch geistige Veränderungen seien kein schicksalhafter Prozess, sondern in hohem Maße beeinflussbar.
Ein zentraler Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Prävention von Demenz. Anhand aktueller Forschungsergebnisse, unter anderem aus dem Livingston-Report, zeigte Prof. Eschweiler, dass zahlreiche Risikofaktoren veränderbar sind. Regelmäßige körperliche Aktivität, Hörgesundheit, geistige Anregung, soziale Einbindung und ein bewusster Umgang mit Alkohol spielen dabei eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig ordnete er genetische Einflüsse, geschlechtsspezifische Unterschiede sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln realistisch ein.
Abschließend machte Prof. Eschweiler Mut: Gutes Altern sei kein Zufall, sondern das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen im Alltag. Neugier zu bewahren, Neues zu lernen, Routinen zu hinterfragen und aktiv am Leben teilzuhaben seien einfache, aber wirkungsvolle Bausteine für geistige und seelische Gesundheit bis ins hohe Alter.


